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Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – sinnvoll oder unnötig?

Brauchen Kinder wirklich Vitamine und Mineralstoffe aus der Dose?

Eltern wollen alles richtig machen – und greifen aus Verunsicherung und Sorge zu Nahrungsergänzungsmitteln.

Die gute Nachricht:

Die meisten Kinder brauchen keine zusätzlichen Vitamine oder Mineralstoffe.

Laut Verbraucherzentralen und Ernährungsexpert*innen sind Kinder in Deutschland in der Regel ausreichend versorgt.

Zwar erreichen manche Kinder nicht ganz die täglich empfohlenen Mengen an Vitamin D, Folat, Eisen, Jod und Calcium; doch auch dann liegt nicht automatisch das Risiko für einen Nährstoffmangel vor.

Gleichzeitig zeigen Untersuchungen auch:
Viele Kinderprodukte sind zu hoch dosiert und können sogar Nebenwirkungen verursachen, denn Kinder sind keine „kleinen Erwachsenen“ – Nährstoffbedarf und sichere Mengen unterscheiden sich deutlich.

Wichtig zu verstehen:
Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung.
Sie enthalten isolierte Nährstoffe – aber nicht die Vielfalt und komplexe Wirkung echter Lebensmittel. Sie leisten keinen Beitrag zur Geschmacksprägung, Toleranzentwicklung oder zur Versorgung mit sekundären Pflanzenwirkstoffe etc.

 

Wann kann Nahrungsergänzung sinnvoll sein?

    • altersabhängig, z. B. Vitamin D im Säuglingsalter
    • bei nachgewiesenem Mangel
    • bei bestimmte Ernährungsformen
    • bei erhöhtem Bedarf

 

Mein Fazit als Expertin für Familiengesundheit:

Eine abwechslungsreiche Ernährung, Bewegung und Tageslicht sind die beste „Grundversorgung“ für Kinder.

Hier findest du die CHECKLISTE: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder als Leitfaden für Eltern und für die Apothekenberatung:

CHECKLISTE Nahrungsergänzungsmittel für Kinder für Eltern

CHECKLISTE Nahrungsergänzungsmittel für Kinder für die Apothekenberatung

 

Im nächsten Beitrag verrate ich dir, welche Supplements für Kinder sinnvoll sein können.

Quellen:

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder – (k)eine gute Idee?!

https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/nahrungsergaenzungsmittel-fuer-kinder-keine-gute-idee/

Calcium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren: Brauchen Kinder Nahrungsergänzungsmittel?

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/calcium-vitamin-d-omega3fettsaeuren-brauchen-kinder-nahrungsergaenzungsmittel-13322

In der Regel überflüssig: Nahrungsergänzungsmittel für Kinder

https://www.kindergesundheit-info.de/infomaterial-service/nachrichten/artikel/artikel/in-der-regel-ueberfluessig-nahrungsergaenzungsmittel-fuer-kinder/

 

KiESEL – Kinder-Ernährungsstudie zur Erfassung des Lebensmittelverzehrs

https://www.bfr.bund.de/kiesel-studie/

Kindernahrungsergänzungsmittel sind in der Regel überflüssig

https://www.vzbv.de/pressemitteilungen/vzbv-kindernahrungsergaenzungsmittel-sind-der-regel-ueberfluessig

Nahrungsergänzungsmittel für Kinder sind meist zu hoch dosiert

https://www.kindergesundheit-info.de/infomaterial-service/nachrichten/artikel/artikel/nahrungsergaenzungsmittel-fuer-kinder-sind-meist-zu-hoch-dosiert/

Bioverfügbarkeit von Nahrungsergänzungsmitteln: Was wirklich im Körper ankommt

https://www.gelbe-liste.de/allgemeinmedizin/verbraucherzentrale-bioverfuegbarkeit-nahrungsergaenzungsmittel

S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ (AWMF 027-072) und Beikosteinführung

Breast is best – bis zum vollendeten 6. Lebensmonat und begleitend zur Beikosternährung darüber hinaus 💛

In der aktuellen S-3 Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ wird nun genau definiert empfohlen, dass reifgeborene Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden sollen.

In den aktuellen Handlungsempfehlungen und der S-3 Leitlinie Allergieprävention wird derzeit noch die Empfehlung für den möglichen (! möglich heißt nicht muss !) Beikoststart ab dem 5.Lebensmonat (also frühestens nach vier vollendeten Monaten) und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats gegeben.

Was bedeutet das für die Beikosteinführung? Kein Stress! Lasst euch nicht unter (Zeit)Druck setzen, beobachtet die individuelle Reife eures Babys, geht responsive miteinander auf kulinarische Entdeckungsreise und erlebt gemeinsam schöne Essmomente.

That‘s it! 💛

Mehr Infos:

Die neue Leitlinie S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ (AWMF 027-072)  beschäftigt sich u. a. mit der Fragestellung:

  • Wie lange sollte ausschließlich bzw. teilweise gestillt werden?
  • Welche gesundheitlichen Effekte hat Stillen für Kind und Mutter?

Die Leitlinie hat verschiedene Outcomes in Bezug auf ausschließliches oder überwiegendes Stillen/ Muttermilchernährung für 6 Monate im Vergleich zu kürzerer Dauer (<6 Monate) ausschließliches oder überwiegendes Stillen/Muttermilchernährung bzw. Nicht-Stillen analysiert:

1.1 Kindliche gesundheitliche Effekte
1.1.1 Infektionen > Otitis media > Gastrointestinale Infektionen
1.1.2 Kindliche Sterblichkeit in Entwicklunsgländern
1.1.3 Effekte auf atopische Erkrankungen > Asthma> Atopische Dermatitis
1.1.4 Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
1.1.5 Mund- und Zahngesundheit > Mundatmung > Frühkindliche Karies > Zahnfehlstellungen
1.1.6 Metabolische Effekte > Adipositas > Diabetes mellitus Typ 1 > Kardiovaskuläre Erkrankungen
1.1.7 Kardiorespiratorische Fitness
1.1.8 Knochendichte
1.1.10 Verhaltens- und Entwicklungsstörungen > Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung > Autismus-Spektrum-Störung
1.1.11 Händigkeit
1.1.12 Krebserkrankungen > Leukämie > HTLV-1

1.2 Mütterliche gesundheitliche Effekte
1.2.1 Postpartale Gewichtsretention
1.2.2 Metabolische Effekte > Metabolisches Syndrom > Diabetes mellitus Typ 2 > Bluthochdruck
1.2.3 Osteoporose
1.2.4 Depression
1.2.5 Krebserkrankungen > Brustkrebs > Ovarialkarzinom > Endometriumkarzinom

Das Ergebnis der Leitlinie sind zwei evidenzbasierte Empfehlungen zur Stilldauer:

Evidenzbasierte Empfehlung 1 mit Empfehlungsgrad B

Reifgeborene Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.*

*“Unter ausschließlichem Stillen wird die Ernährung ohne die zusätzliche Gabe von Flüssigkeiten, Flaschennahrung oder Beikost verstanden. Die Einführung der Beikost ist dabei gleichbedeutend mit der Beendigung des ausschließlichen Stillens. Beim überwiegenden Stillen werden zusätzlich Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee gegeben. Ausschließliches Stillen und überwiegendes Stillen wird auch als Vollstillen bezeichnet. Teilstillen hingegen beinhaltet die Gabe zusätzlicher nahrhafter Flüssigkeiten, wie Muttermilchersatzprodukte und Beikost (WHO 2008).“

Evidenzbasierte Empfehlung 2 Empfehlungsgrad A

Die Gesamtstilldauer für reifgeborene Kinder soll mindestens 12 Monate betragen.

 

*Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V., Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V., Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.: S-3 Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung, Version 1.0, Datum, Registernummer 027-072, 2025, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitli-nien/detail/027-072 (Zugriff am 20.02.2026)

 

Das bedeutet: Exklusives Stillen für 6 Monate wird empfohlen. Danach startet die Einführung von Beikost unter dem Weiterstillen parallel zur Beikost.

Stilldauer insgesamt: mindestens 12 Monate und weiter so lange Mutter und Kind es wünschen (keine obere Grenze).

Die Daten zum exklusiven Stillen sind:

  • überwiegend Beobachtungsstudien

  • kaum randomisierte Studien (ethisch schwierig)

  • oft konfundiert (z. B. Bildung, sozioökonomischer Status)

Deshalb ist die Evidenzqualität meist moderat bis niedrig. Aber:  die Empfehlung für 6 Monate ausschließlichem oder überwiegendem Stillen ist nicht nur eine „Studienauswertung“, sondern auch internationale Konsistenz (WHO) und biologische Norm (Muttermilch als Standard). Also: Evidenz + Public-Health-Abwägung.

Was ist nun der Unterschied zur S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF 061_016) ?

Hier kommt es aktuell zu unterschiedlichen Empfehlungen bezüglich der Beikosteinführung. Die S3-Leitlinie zur Allergieprävention betrachtet Stillen und den Zeitpunkt des Beikoststartes stärker aus der Perspektive der Allergievorbeugung. Eine wichtige Änderung im letzten Update 2022 war dieser Satz: „Präzisiert wurde, dass für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monate nach Geburt nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden soll und auch mit Einführung von Beikost weitergestillt werden soll.“ (Seite 2).

Die S3-Leitlinie zur Allergieprävention gibt als Empfehlung für den Beikoststart also ein mögliches Zeitfenster und keinen eindeutigen Zeitpunkt an. Bis zum nächsten Update bleibt diese Empfehlung auch bestehen und gültig. Die aktuelle Version ist gültig bis 06.12.2026  und derzeit in Überarbeitung.

Wichtiger Fact: In der S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ (AWMF 027-072) wurde nicht auf die Häufigkeit der Auftretens von Allergien in Bezug zur Stilldauer analysiert. Die Auswirkungen eines ausschließlichen oder überwiegenden Stillens auf das Allergierisiko wurde nicht untersucht. Dazu liefert aktuell nur die S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF 061_016) konkrete und evidenzbasierte Empfehlungen.

 

Vergleich der beiden Leitlinien 

Hier wird es spannend – und auch für Eltern oft verwirrend.

Thema S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ (AWMF 027-072) S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF 061_016)
Exklusives Stillen 6 Monate 4–6 Monate
Beikoststart ab 7. Monat ab 5. Monat möglich
Weiterstillen ausdrücklich empfohlen ebenfalls empfohlen
Stilldauer gesamt mindestens 12 Monate; so lange wie gewünscht keine klare Dauer
Fokus 30 gesundheitsrelevante Endpunkte bei Mutter und Kind; Asthma (1) und atopische Dermatitis (2), aber keine generelle Allergieprävention. Allergieprävention (evidenz-basierte Primärprävention)

(1) Evidenzbasiertes Statement: „Es gibt Anhaltspunkte, dass ausschließliches Stillen für drei bis sechs bzw. sechs Monate im Vergleich zu einer kürzeren Stilldauer und/oder einer geringeren Stillintensität bzw. Nicht-Stillen mit einem protektiven Effekt auf Asthma bei Kindern und Jugendlichen einhergeht.“ … „Es gibt Anhaltspunkte, dass eine Gesamtstilldauer von mindestens zehn bzw. zwölf Monaten (oder länger) im Vergleich zu einer kürzeren Gesamtstilldauer bzw. Nicht-Stillen mit einem protektiven Effekt auf Asthma bei Kindern einhergeht. „*

(2) Evidenzbasiertes Statement: „1. Es gibt auf Basis einer Metaanalyse und einer Beobachtungsstudie keine Anhaltspunkte, dass ausschließliches Stillen für drei bis sechs bzw. sechs Monate im Vergleich zu einer geringeren Stillintensität bzw. Nicht-Stillen mit einem protektiven oder adversen Effekt auf atopische Dermatitis bei Kindern einhergeht. In einer anderen Beobachtungsstudie hingegen geht ausschließliches Stillen für vier bis sechs Monate im Vergleich zu Nicht-Stillen mit einem adversen Effekt auf atopische Dermatitis einher. 2. Hinsichtlich des Wiederauftretens von Symptomen einer atopischen Dermatitis bei Kindern gibt es Anhaltspunkte, dass ausschließliches Stillen für sechs Monate im Vergleich zu nicht ausschließlichem Stillen für sechs Monate mit einem adversen Effekt auf atopische Dermatitis bei Kindern einhergeht.“*

Fazit: Bezüglich atopischer Erkrankungen ist die Studienlage und das Vertrauen in die Evidenz niedrig bis sehr niedrig.

In einer Pressemitteilung vom 25.02.2026 äußert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen erhebliche Bedenken gegenüber der neuen Leitlinie „Stilldauer“. Sie bemängeln Kritik an Evidenz für ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten  und befürchten, dass eine starre Empfehlung erst ab dem siebten Lebensmonat Beikost zu füttern,  der individuellen Entwicklung der Säuglinge nicht gerecht wird. Zudem äußern sie die Sorge, „dass durch die strikte Regelung unnötiger psychosozialer Druck auf Familien ausgeübt wird und eine erhebliche Verunsicherung in den Familien entsteht.“ Es wird betont auf die Formulierung im Sondervotum des BVKJ verwiesen: „Für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. Auch mit Einführung von Beikost soll weitergestillt werden.“

Was sagt uns das für das Vorgehen bei der Beikosteinführung bei Kindern, insbesondere denen mit erhöhtem Atopie-Risiko?

Beide Leitlinien widersprechen sich nicht, sondern haben unterschiedliche Perspektiven:

  1. Unterschiedliche Zielsetzung
  • S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ (AWMF 027-072): Betrachtung 30 gesundheitlicher Outcomes – 9 zur Gesundheit der Mutter und 21 zur Gesundheit des Kindes mit der Fragestellung „Was ist optimal für Gesundheit insgesamt und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Gesundheitsoutcomes, wenn  länger oder kürzer gestillt wird?“
  • S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF 061_016) :
    „Wie beeinflusst die Ernährung (in den ersten 1000 Tagen) die Entstehung von Allergien?“
  1. Stilldauer – der scheinbare oder tatsächliche Konflikt?
  • 6 Monate exklusiv stillen vs. Beikost möglich ab 5. Monat

Beide Leitlinien sagen klar: Stillen bleibt auch nach Beikost wichtig. Beikost ersetzt das Stillen nicht, sondern ergänzt es.

In der Praxis bedeutet das für euch : Eine frühe Gabe der Beikost  vor dem 7. Lebensmonat ist  für die Mehrheit der Säuglinge nicht mit Vorteilen verbunden. Die überwiegende Mehrheit der Endpunkte in der S-3 Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung weisen auf potentiell protektive Effekte einer längeren vs. kürzeren Stilldauer hin, worauf die dort abgeleiteten Empfehlungen basieren. Aber: Relevant für mache dieser Effekte (mütterlicherseits) ist auch die kumulative Stilldauer und es bedeutet zudem nicht nicht, dass kürzeres Stillen automatisch mit einem reellen Nachteil einhergeht. Es gibt nach wie vor ein Zeitfenster (5.–7. Monat) in dem Beikost individuell begonnen werden kann.

Denn- und das ist ein ganz wichtiger Satz, den ich euch an dieser Stelle aus meinem Buch „Das große Buch von Babybrei & Beikost“ zitiere:

“Bei der Beikosteinführung ist immer die individuelle Reife zu beachten, die durch verschiedene Komponenten erlangt wird. Dabei spielen immunologische Prozesse, die Organreife, die motorische Entwicklung und die sensorische Akzeptanz eine Rolle.”

Und hier kommen noch zwei wertvolle Zitate aus der S-3 Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung*, die ich für wichtig halte, da sie eben diesen individuellen Handlungsspielraum, ohne Druck,  benennen:

 

S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung* und Beikosteinführung

Textauszug:

“Die konsentierte Empfehlung stellt eine „sollte“-Empfehlung dar und lässt somit Handlungsspielraum für Abweichungen in der Beratung zu, wenn die individuelle Situation der Mütter und Säuglinge dies erfordert. Generell ist wichtig zu betonen, dass eine individuelle und sensible Beratung essenziell ist, um die Entstehung von Druck und Schuldgefühlen bei Müttern zu vermeiden. Von Seiten des medizinischen Fachpersonals darf keine Stigmatisierung gegenüber Frauen erfolgen, die kürzer oder länger stillen. Sie dürfen nicht unter Druck gesetzt werden, weder zum Stillen noch zum Abstillen, noch dazu, vorzeitig Beikost zu geben.”*

Textauszug:

“Hinsichtlich des Zeitpunkts der Einführung der Beikost ist zu erwähnen, dass die Entwicklung der für die Beikostfütterung erwünschten neuromotorischen Fähigkeiten inter-individuell unterschiedlich ist. Auch wenn Säuglinge teilweise bereits vor Vollendigung des 6. Monats die neuromotorischen Fähigkeiten für den Verzehr von Beikost besitzen (Castenmiller et al. 2019), besteht aus ernährungsphysiologischer Sicht laut EFSA für die meisten Säuglinge keine Notwendigkeit für eine frühe Einführung der Beikost vor dem Alter von 6 Monaten (Castenmiller et al. 2019).”*

*Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V., Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V., Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.: S-3 Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung, Version 1.0, Datum, Registernummer 027-072, 2025, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitli-nien/detail/027-072 (Zugriff am 20.02.2026)

Wichtigster Punkt: Stillen und Beikost sind kein Entweder-oder sondern: Stillen bleibt – Beikost kommt dazu. 

 

Wie das Ganze Schritt für Schritt evidenzbasiert und bedürfnisorientiert im Familienalltag gelingt- das lest ihr in meinen Büchern.

 

 

FAQ: Häufige Fragen – fachlich beantwortet

Ich habe schon mit der Beikost begonnen, meine Baby ist aber noch keine 6 Monate alt. Muss ich jetzt wieder aufhören?

Nein. Du muss weder aufhören Beikost anzubieten, noch die anderen Mahlzeiten hinauszögern. Auch wenn dein Baby schon mit der Beikost begonnen hat, ist es wichtig weiterzustillen– laut der neuen S-3 Leitlinie Stilldauer 12 Monate, also während der ganzen Beikostzeit begleitend bis zum 1. Geburtstag und nach Belieben darüber hinaus. Am Anfang wird in den allermeisten Fällen eh noch so viel weitergestillt, also Muttermilch gegeben, wie es vor dem Beikoststart war und die Beikostmahlzeiten kommen als neue Säule der Ernährung dazu. Erst nach und nach wirst du feststellen, dass die Stillmahlzeiten weniger werden und dein Baby mehr Beikost isst. Das dauert in der Regel sogar über das Alter von 6 Monaten hinaus. Solange ihr responsive bleibt und du auf die Signale deines Babys achtest und es bedürfnisorientiert sein Tempo vorgeben lässt, seid ihr auf einem guten und sicheren Weg.

Verpasse ich das „Allergiefenster“, wenn ich 6 Monate voll stille?

Nein. Das Zeitfenster ist flexibel, wichtig ist auch die Nahrungsmittel-Vielfalt nach Beikosteinführung. 

Muss ich ab Beikost weniger stillen?

Nein. Auch in der ersten Beikostzeit gilt: Stillen bleibt die Hauptnahrung für dein Baby.

 Was, wenn Stillen nicht oder nicht so lange klappt?

Stillen ist kein Alles-oder-nichts. DieS-3 Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung sagt nicht: „Du musst 6 Monate stillen“ sondern:

„Je länger gestillt wird, desto mehr gesundheitliche Vorteile sehen wir – besonders insgesamt.“

Das bedeutet:

  • jede Stilldauer ist wertvoll
  • auch Teilstillen bringt Vorteile

 Was, wenn nicht (mehr) gestillt wird?

Die Leitlinien und Ernährungsempfehlungen) machen hier klare Aussagen: Industrielle Säuglingsanfangsnahrung (Pre- oder 1er-Nahrung) ist eine sichere und geeignete Alternative, wenn nicht oder nicht voll gestillt wird.

Für den Beikoststart gelten die gleichen Empfehlungen wie bei gestillten Kindern.

 Leitlinien-Konsens Beginn zwischen 5. und 7. Monat nach individueller Beikostreife.

 Es gibt keinen Nachteil für Flaschenkinder beim Beikoststart.

Quellen:

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/027-072

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/061-016

https://www.bvkj.de/fileadmin/bvkj/pdf/pm-stellungnahmen/2026/S3_Stilldauer_Sondervotum_BVKJ.pdf

https://www.bvkj.de/politik-und-presse/pressemitteilung/kinder-und-jugendaerztinnen-aeussern-erhebliche-bedenken-gegenueber-der-neuen-stillleitlinie/

Letzter Zugriff: 25.02.2026

Die Ernährungspyramide

Die Ernährungspyramide hilft dabei, übersichtlich und verständlich ein Gefühl für Mengen & Vielfalt zu entwickeln – ganz ohne Druck. Als PTA und Expertin für Familiengesundheit weiß ich:
Familien brauchen keine Verbote, sondern Orientierung.

Denn eine bewusste Ernährung heißt Orientierung, nicht Perfektion.
Oft werden die Mengen für Kinder ganz falsch eingeschätzt. Mit der Hand-Portionsgröße haben Familien ein ungefähres Maß, wie viel ihr Kind über den Tag aus den einzelnen Lebensmittelgruppen benötigt. So ist z. B. der Mindestbedarf an Obst und Gemüse (5 Portionen) bei einem Kleinkind mit zwei Apfelschnitzen, einer Handvoll Beeren, einer Karotte, einer mittelgroßen Tomate und drei bis vier Esslöffeln Erbsen abgedeckt. Genauso ist die erlaubte Menge an Süßigkeiten (1 Portion) mit fünf Gummibärchen oder einem Keks oder einem kleinen Stück Kuchen schnell erreicht.

Die richtige Mischung und die richtige Menge machen eine gesunde Ernährung aus. Die Ernährungspyramide hilft dabei, ein Gefühl für Mengen und Vielfalt zu entwickeln – ganz ohne Druck. Und da schon ab Beikostalter, im Rahmen von Breimahlzeiten und/oder Fingerfood-basierter Beikosternährng. Ab dem ersten Geburtstag gilt die  Kinderhand als Maß, sie ist einfach, altersgerecht und verhindert Über- oder Unterportionierung.

Ganz unten: Wasser & ungesüßter Tee – ausreichend trinken! Am besten

6 Portionen/Tag
1 Portion = 1 Glas (ca. 150-250 ml)

Dann: Obst & Gemüse – bunt ist gesund. Zubereitet mit nativen Pflanzenölen können die fettlöslichen Vitamine und Pflanzenstoffe besser verwertet werden.

5 Portionen/Tag
1 Portion = 1 Kinderhand bzw. bei leichten oder zerkleinerten Früchten eine Schale aus beiden Händen. Optimal > 3-mal Gemüse, 2-mal Obst

Danach: Vollkorngetreideprodukte & Kartoffeln – Energie fürs Spielen und wertvolle Mikronährstoffe, dazu Power-Ballaststoffe für den Darm.

3- 4 Portionen/Tag
1 Portion = Kinderfaust
Am besten Vollkorn

Oben: Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse & Samen – in Maßen, als hochwertige Protein und Vitalstofflieferanten.

2-3 Portionen/Tag
z. B. 1 Glas Milch, 1 Becher Joghurt oder die Größe der Kinderhandfläche

 

Spitze: Weißmehlprodukte, Fertiglebensmittel & Süßes – dürfen sein, aber nicht zu viel!

Maximal die Größe der Kinderhandfläche und wenn möglich nicht täglich:  Genuss ja, Dauer-Snacken nein.

 

Tipp: Die Kinderhand wächst mit – die Portionsgröße auch. Das macht die Pyramide so alltagstauglich.

 

Wichtig: Essen soll Genuss und Freude berieten – für die ganze Familie. Perfekt muss es nicht sein. Wichtiger ist die Balance über den Tag und die Woche, nicht jede einzelne Mahlzeit.

Das Video dazu auf Instagram

Grafiken teilweise erstellt mit CANA

Hausmittel bei Erkältungen

Diese Hausmittel kannst du bei Erkältungen einsetzen:

Bei beginnender Erkältung
sind warme, temperaturansteigende Fußbäder (z. B. mit Thymian oder einer Aromamischung) eine Wohltat. Sie wirken durchblutungsfördernd und unterstützen die Wärmeregulation.

Kleine Kinder, die noch nicht sicher selbständig sitzen, können auf dem Schoß der Eltern auch schon sanft an wohltuende Fußbäder gewöhnt werden.

Bei Halsschmerzen
Malven- oder Kamillentee wirken reizlindernd & beruhigend und sind dabei mild im Geschmack – ideal für Kinder. Am besten lauwarm trinken oder altersentsprechend mehrmals täglich damit gurgeln.

Den Malventee zunächst mit kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen und nach 5 bis 10 Min. abseihen. Den Kamillenblütentee immer bedeckt ziehen lassen, damit die flüchtigen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen.

Bei produktivem Husten

Thymiantee oder Thymian-Zubereitungen wie Hustensäfte, sie sind schleimlösend & bewährt in der Pädiatrie. Besonders effektiv wirken Thymian-Zäpfchen, die deine  Apotheke für dich  herstellen kann. Tipp: Bevorzuge bei Kindern immer den verträglicheren Thymian CT linalool.

Bei Reizhusten
1 Teelöffel Honig, direkt gelutscht oder im lauwarmen Tee reduziert den Hustenreiz und schmeckt dabei besonders lecker.
Aber Achtung! Kein Honig für Kinder unter 1 Jahr. Hier sind körperwarme Brustauflagen, z.B. Bienenwachsplatten eine sanfte und gut verträgliche Möglichkeit.

Bei Schnupfen
Zwiebelsäckchen oder Zwiebel-Fußsohlenauflagen wirken schleimlösend & auswurffördernd. Die Zwiebel dafür am besten gitterförmig einritzen oder klein schneiden, vor der Anwendung sanft erwärmen. Um den Geruch etwas abzumildern können sie mit einem Tropfen ätherischem Lavendelöl (von Lavandula angustifolia) kombiniert werden.

 

Ganz wichtig:
Ruhe, ausreichend Schlaf & viel trinken – die besten Mittel, um den Körper bei seiner Abwehrarbeit zu unterstützen.

Eine reizarme Umgebung ohne viel Lärm und digitale Geräte hilft beim Ruhen und Regenerieren. Getränke sollten immer in Reichweite verfügbar sein- schon bevor der Durst sich meldet.

💡 Wichtig:
Hausmittel unterstützen – bei hohem Fieber, Atemnot, starken oder anhaltenden Symptomen immer ärztlich abklären lassen.

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Ernährungstipps bei Erkältungen

Diese Ernährungstipps helfen Kindern & Familien während Krankheitsphasen.

Eltern fragen oft: „Was darf mein Kind jetzt essen?“

Mit einfachen Ernährungstipps kannst du Genesung deines Kindes unterstützen – besonders bei Halsschmerzen, Husten & wenig Appetit.

 

Kinder wissen oft am besten, was ihnen guttut. Trotzdem ist es wichtig, dass die Eltern ein angemessenes ausgewogenes Nahrungsangebot bereitstellen und dabei responsive und einfühlsam auf die Signale und Bedürfnisse eingehen. Dabei gilt: die Kinder entscheiden, ob/wann/was sie zu sich nehmen möchten. Solange die Flüssigkeitszufuhr gesichert ist, ist es nicht schlimm, wenn Kinder 2-3 Tage wenig oder keinen Appetit haben. Eltern können ihre Kinder liebevoll ermutigen, aber nicht drängen oder gar zum Essen zwingen.

 

DOS:

Diese Speisen und Getränke unterstützen in Erkältungszeiten:

🍲🥕🥔🧅🍜 Warme Suppen & Brühen (z. B. Gemüse- oder Hühnersuppe) sind flüssigkeitsspendend, mineralstoffreich und dabei wohltuend & leicht verdaulich. Frische Zwiebeln und Gewürze wie Anis-, Fenchel-, Koriandersamen und Thymiankraut wirken leicht schleimlösend bei Schnupfen und Husten. Tipp: Suppen & Brühen lassen sich hervorragend in größerer Menge auf Vorrat zubereiten und einfrieren.

🥣🥞 Vollkorngetreidebreie wie Porridge oder Grießbrei und Eiermehlspeisen, zum Beispiel Pfannkuchen, sind nährstoffreich und sättigend, dabei cremig weich, mild & ebenfalls gut geeignet bei Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Appetitlosigkeit. 🌱 Hafer und Gerste enthalten besondere Ballaststoffe, Beta-Glucane, die die Darmgesundheit unterstützen.

🍯🥛 Bei Reizhusten helfen mit Honig gesüßte Getränke und Speisen, Honigmilch-Zubereitungen sind dabei besonders energiespendend. Aber wichtig: nicht bei Kindern unter einem Jahr!

🍋🍎🫐🥝 Vitaminreiche Frischekost, besonders Vitamin-C-reiche Früchte und bunte pflanzliche Lebensmittel unterstützen das Immunsystem bei seiner Arbeit. Ein guter Merksatz für die Beratung ist: „eat a rainbow every day“ 🌈 Bei Schluckbeschwerden können die Früchte auch roh püriert oder frisch gepresst werden.

DONTS:

🧊 Bei Reizhusten sollten sehr kalte Getränke und Speisen besser vermieden werden – sie können die Beschwerden noch verstärken.

🌶️🍋‍🟩 Scharfe oder sehr saure Speisen und Getränke wirken reizend auf die Schleimhäute und sind bei Halsschmerzen und Entzündungen nicht zu empfehlen.

 

Zusammenfassend sind die besten Lebensmittel und Gerichte bei akuten Erkältungen warm, mild und flüssigkeitsspendend. Wichtig ist, dass Kinder immer ausreichend trinken, bei mangelndem Appetit müssen sie nicht zum Essen gezwungen werden, sondern können mit attraktiv zubereiteten und angerichteten Speisen liebevoll ermutigt werden.

Praxistipp:  Bei bettlägerigen Kindern besser auf krümeliges Essen verzichten und kleckerfreie Zubereitungen bevorzugen.

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💡 Wichtig:
Eine ausgewogene Ernährung kann in Krankheitsphasen unterstützen – bei bei länger dauernder Appetitlosigkeit, drohendem Flüssigkeitsmangel und starken oder anhaltenden Beschwerden immer ärztlich abklären lassen.

 

Als Video: Ernährungstipps_bei_Erkältungen

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5 Tipps für ein abwehrstarkes Immunsystem im Winter

 

Ausreichend trinken. Gut befeuchtete Schleimhäute sind die erste Instanz des Abwehrsystems. Geeignete Flüssigkeitslieferanten sind Wasser oder lauwarmer Tee, am besten in mehreren Portionen über den Tag verteilt. Besonders pflegend wirken schleimstoffhaltige Heilpflanzenzubereitungen wie zum Beispiel Malvenblüten- oder Eibischwurzelte

Eine abwechslungsreiche pflanzenbetonte Ernährung versorgt den Körper mit vielen wichtigen Vitalstoffen. Besonders wertvoll sind die bioaktiven Pflanzenstoffe aus buntem Obst und Gemüse. Davon dürfen es gerne mindestens fünf Portionen pro Tag sein.

Frische Luft liefert nicht nur eine Extraportion Sauerstoff, sondern reduziert auch die Keimzahl in der Umgebung und damit das Ansteckungsrisiko. Ein Spaziergang in der freien Natur und regelmäßiges Stoßlüften unterstützen so täglich das Immunsystem bei seiner Arbeit

Wohltuende Bewegung fördert die Durchblutung und hält damit den Stoffwechsel und das Abwehrsystem auf Trab. Egal ob sanftes Yoga oder wildes Toben- Hauptsache es macht Spaß und hält fit.

Guter Schlaf ist wichtig für die Regeneration und stärkt das Immunsystem. Ein kühles und abgedunkeltes Schlafzimmer sorgt für ungestörte Träume.

 

 

Der ganze Beitrag als Video: 5 Tipps für ein starkes Immunsystem

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Sonnenschutz und Pflege für empfindliche Kinderhaut

Sommer- draußen spielen- Sonne auf der Haut. Die schönsten Kindheitserinnerungen werden dabei wach. Und auch in den Wintermonaten und im beginnenden Frühling zieht es uns an schönen Tagen hinaus ins sonnige Freie. Denn Sonne macht glücklich und die positiven Wirkungen der Sonne sind unbestritten. Helles Sonnenlicht regt die Produktion des Glückshormones Serotonin an, es sorgt für die körpereigene Bildung des wichtigen Vitamin D und so manche irritierte Haut reagiert auf milde UV-Bestrahlung mit einer spürbaren und sichtbaren Besserung. Doch wie schon Paracelsus sagt: „Die Dosis macht`s“ und so ist es auch bei der Sonne eine Frage der Dosierung, ob sie uns gut tut oder Schaden anrichtet. Denn zu viel UV-Licht kann zu Stress, Entzündungen, vorzeitiger Alterung, Gewebeschädigung bis im schlimmsten Fall zu Krebsbildung führen.

Das Sonnenlicht besteht aus verschiedenen sichtbaren und nicht-sichtbaren Strahlenarten, wovon nur ein Teil bis zu uns vordringt, der Rest wird schon vorher von der Ozonschicht, Wolken und auch Luftverschmutzung (z.B. Staub, Rußpartikel in der Luft) absorbiert. Je nach Jahreszeit, Tageszeit und geographischer Lage (Breitengrad, Höhe) fallen die Strahlen unterschiedlich intensiv ein. Die für uns bedeutsamen Strahlen sind die wärmenden Infrarot A+B-Strahlen und UV-A/B-Strahlen. Besonders letztere dringen bis in unterschiedliche Teile unserer Haut vor und können dort sowohl körpereigene Stoffwechsel- und Schutzmechanismen anregen, als auch Schädigungen an den Hautzellen bewirken.

Unsere Haut kann sich in begrenztem Maße auch wieder von UV-Licht bedingten Schädigungen erholen, jedoch nur, wenn wir Ihr dazu auch die nötige Ruhe gönnen und sie konsequent mindestens 12-24 Stunden vor weiterem UV-Einfluss schützen. Pflegen wir einen vernünftigen Umgang mit der Sonne, lassen sie nach und nach Bräunen, meiden allzu lange und intensive Strahlendosen (Mittagssonne, Meer und Gebirge) und versorgen sie mit wichtigen Antioxidantien können wir uns relativ unbesorgt den wohltuenden Strahlen der Sonne aussetzen. Möchten wir am Wochenende oder im Urlaub länger und intensiver in der Sonne bleiben, so müssen wir die Haut mit entsprechenden Produkten schützen.

Bei Kindern sind einige der hauteigenen Schutzmechanismen in den ersten Lebensjahren noch nicht vollständig entwickelt und auch der pflegende und schützende Hydrolipidfilm ist noch nicht optimal ausgebildet. Deshalb müssen sie ganz besonders vor sonnenbedingten Hautschäden geschützt und die Haut zu jeder Jahreszeit angemessen gepflegt werden. Vor allem in Bezug auf die Sonne hat die Haut ein langes Gedächtnis, Sonnenbrände im Kindesalter bergen ein erhöhtes Risiko für eine Hautkrebsbildung im Erwachsenenalter.

Sonnenschutz-Tipps

Ein wichtiger Leitsatz zum Umgang mit der Sonne lautet: Meiden, Kleiden, Cremen.

Babys im ersten Lebensjahr möglichst gar nicht und Kleinkinder möglichst wenig bzw. in Maßen der direkten Sonne aussetzen. Auch unter Bäumen und im Schatten ist die Haut einem geringen Prozentsatz UV-Licht-Einfluss ausgesetzt.

Die Mittagssonne zwischen 11-15 Uhr meiden, da hier die UV-Strahlen am stärksten auf die Haut einstrahlen (zur Vitamin-D-Produktion in den sonnenarmen Monaten kann dies wiederum positiv genutzt werden). Als Maß gilt auch: wenn der eigene Schatten kürzer als die eigene Körperlänge ist, muss die Haut zusätzlich geschützt oder im Schatten geblieben werden.

Leichte, dicht gewebte Kleidung tragen. UV-Schutz Kleidung aus speziell verarbeiteten Synthetikfasern (Polyamid, Lycra) bieten einen hohen UV-Schutz für die bedeckten Körperteile. Sie sind meist auch wasserbeständig und können so z.B. im Schwimmbad und am Strand die Badebekleidung ersetzen. Wichtig beim Kauf ist, auf entsprechende Standard-Gütesiegel zu achten, die eine getesten UV-Schutz (UPF=Ultraviolet Protection Factor) gewährleisten. Der UV-Standard 801 berücksichtigt mittels Worst-Case-Methodik als bisher einziger Standard die besonderen Anforderungen, denen Sonnenschutzmaterialien beim realistischen Gebrauch (Dehnung, Waschen) ausgesetzt sind.

https://uv-schutz.hohenstein.de/de/pruefen-zertifizieren/uv-standard-801/

Der Nachteil dieser Fasern ist die eingeschränkte Atmungsaktivität, die vor allem bei kleinen Kindern zu einer Überhitzung führen kann. Besonders Kinder mit Hautproblemen, z.B. Neurodermitis reagieren häufig mit einer Verschlechterung des Hautzustandes. Daneben spielen wie bei allen Synthetikfasern  die ökologisch bedenklichen Produktionswege eine kritische Rolle. Im Bereich der Naturmaterialien schneidet die viel getragene Baumwolle relativ schlecht ab, am besten vor UV-Strahlen schützen die Fasern dicht gewebter Seide. Seidenkleidung  hat darüber hinaus den Vorteil, dass sie sehr gut hautverträglich und leicht kühlend ist.

Sonnenhut und –brille nicht vergessen! Ein guter Sonnenhut sollte ein breite Krempe bzw. einen schützenden Latz haben. Bei Brillen ist auf ein entsprechendes UV-Siegel zu achten, breite Seitenbügel sorgen für zusätzlichen Schutz.

Im ersten Lebensjahr sollte wenn möglich ganz auf Sonnencremes verzichtet und Säuglinge auf andere Art vor UV-Strahlung geschützt werden.

Für Kinder spezielle geeignete Sonnenschutzmittel verwenden (die die Erwachsenen selbstverständlich auch mit benutzen können). Cremes und Lotionen trocknen die Haut weniger aus als zum Beispiel Gele, Sonnensprays dürfen nicht versehentlich eingeatmet werden (nicht ins Gesicht sprühen!). Sonnenschutzprodukte mit organischen Filtern müssen 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden.

Auf vernünftigen Filter und LSF achten, vor allem auf die Kombination von UVB- und UVA-Schutz. Der Lichtschutz-Faktor (LSF) orientiert sich nach dem Hauttyp und dem UV-Index. Diese könnt Ihr anhand der unten stehenden Tabellen selbst ermitteln. Bei Kleinkindern muss grundsätzlich von einer maximalen Eigenschutzzeit von 5-10 Minuten ausgegangen werden. Produkte, die gewährleisten dass neben UV-B- auch entsprechender  UV-A-Schutz besteht tragen zusätzlich zum ausgeschriebenen LSF ein Siegel, welchen den eingekreisten Schriftzug „UV-A“ darstellt.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) bestimmt die Dauer, die geschützt in der Sonne verbracht werden kann. Er ist ein Multiplikator der Eigenschutzzeit, die vom Alter/Hauttyp abhängig ist.

Bei der Wahl des LSF muss außerdem auch die Intensität der UV-Strahlung beachtet werden. Diese ist unter anderem abhängig von Sonnenstand, geografischer Höhe, Luftverschmutzung und Ozongehalt. Ein Maß für die Strahlenintensität ist der UV-Index (www.uv-index.de). Er erlaubt eine tagesaktuelle und geographische Einschätzung der gesundheitlichen Risiken durch UV-Strahlen. Als Faustregel gilt: Für Menschen des Photo-Hauttyps I und II sollte der LSF das Fünffache, für Menschen des Phototyps III das Dreifache des UV-Index betragen. Zu beachten ist, dass auf Schnee, Wasser und am Strand (helle Sandflächen) die UV-Belastung aufgrund der Reflektion höher als der vorhergesagte maximale UV-Index für diesen Tag seinkann!

Als Beispiel: Kinderhaut Typ 1 UV-Index 6 = 5x 6= mind. LSF 30

UV-Index Einstufung Schutzmaßnahmen
0 bis 2 niedrig kein Schutz notwendig, gefahrloser Aufenthalt draußen möglich
3 bis 5
6 bis 7
mittel
hoch
Schutz notwendig: In der Mittagszeit Schatten suchen, T-Shirt anziehen, Sonnencreme ­auftragen, Hut aufsetzen
8 bis 10
11+
sehr hoch
extrem
besonderer Schutz notwendig: In der Mittagszeit möglichst nicht draußen aufhalten, ­ unbedingt Schatten suchen, T-Shirt, Sonnencreme und Hut dringend erforderlich

Die Eigenschutzzeit (Typ-abhängig) sollte nur bis 60% ausgenutzt werden.

Als Beispiel:  LSF 30 x 0,6= 18; Eigenschutzzeit Typ 2= 15 min x 18= 270 min Aufenthalt in der Sonne. Kinderhaut : LSF 30 x 0,6= 18; Eigenschutzzeit Typ 1= 5 min x 18 = eingecremt an diesem Tag maximal 90 min Aufenthalt in der Sonne

Hauttyp Eigenschutzzeit in min
„keltischer Typ“ (Typ I) und Kinderhaut
sehr helle, extrem empfindliche Haut, helle Augen, rotblondes Haar, häufig Sommersprossen
unter 10
„nordischer Typ“ (Typ II)
helle, empfindliche Haut, blaue, graue, grüne oder braune Augen, blonde bis braune Haare
10 bis 20
Mischtyp (Typ III)
helle bis hellbraune Haut, graue oder braune Augen und dunkelblonde bis braune Haare, selten Sommersprossen
20 bis 30
„mediterraner Typ“ (Typ IV)
hellbraune, olivfarbene Haut, braune bis dunkelbraune Augen und dunkelbraunes Haar
über 30
„dunkle Hauttypen“ (Typ V)
dunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen und dunkelbraunes bis schwarzes Haar
über 60
„schwarze Hauttypen“ (Typ VI)
dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen und schwarze Haare
über 90
Klassifikation von Hauttypen nach dem amerikanischen Hautarzt Thomas Fitzpatrick (1975). Die Einteilung der Hauttypen ist nur grob und die Übergänge sind oft fließend, sie lassen nur eine grobe Abschätzung zu. Die Bezeichnungen wurden damals aufgrund des überwiegenden Auftretens in bestimmten Ländern und Regionen der Welt gewählt.

Richtig Cremen nach der 11 Zonen- Zwei Finger-Regel. Dafür wird der Körper in 11 Zonen aufgeteilt: Kopf, rechter Arm, linker Arm, rechtes Bein vorne, linkes Bein vorne, rechtes Bein hinten, linkes Bein hinten, Brust, Bauch, oberer Rücken, unterer Rücken. Für jede dieser Zonen sollte mindestens die Menge Sonnenschutzcreme verwendet werden, die in einem Strang auf Zeige- und Mittelfinger Platz findet. Bei Kindern entspricht das etwa 20-30 ml für den ganzen Körper.

Wasserfester Schutz hat nach dem Baden nur noch 50% seiner Schutzwirkung! Deshalb muss nach dem Baden und Abtrocknen unbedingt nochmals nachgecremt werden. Auch bei starkem Schwitzen und nach dem Umkleiden ist ein Nachcremen sinnvoll.

Mehrmaliges Auftragen verlängert den Sonnenschutz nicht! Ist die mit dem LSF des Sonnenschutzproduktes berechnete Zeit erreicht, heißt es nur noch- raus aus der Sonne bis zum nächsten Tag.

Angebrochene Sonnenschutzmittelsollten innerhalb der Aufbrauchsfrist (Symbol geöffneter Tiegel auf der Verpackung), am besten nur innerhalb einer Saison verwendet werden. Insbesondere Produkte mit dem organischen Filter Octycrylene solten nicht länger als 6 Monate nach Anbruch benutzt werden, da sich aus diesem toxische Abbauprodukte bilden können.

Es gibt verschiedenen Arten von Sonnenschutzfiltern, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Auf allen Sonnenschutzprodukten soll gewährleistet sein, dass sowohl vor UV-B, als auch vor UV-A-Strahlen in einem angemessenen Verhältnis Schutz besteht. Erkennbar ist das durch die Auslobung des LSF (=UV-B) und dem von der European Cosmetic and Perfumery Association (COLIPA) erarbeiteten „UVA-Siegel“, einem eingekreisten UV-A-Symbol auf der Packung. Dementsprechend entspricht bei derart deklarierten Produkten der UVA-Schutz mindestens 1/3 des auf dem Produkt angegebenen
Lichtschutzfaktors (LSF). Beispiel: Lichtschutzfaktor (LSF) bzw. sun protection factor (SPF) = 30 > UVA-Schutz (UV-A-PF) muss mindestens 10 entsprechen.

UVA-Siegel Quelle: COLIPA

Organische Filter absorbieren UV-Strahlung (selektiv) und geben diese als Wärmestrahlung ab. Da die verschiedenen organischen Filter(systeme) jeweils nur in einem bestimmten Teil des UV-Spektrums wirken, werden je nach Absorptionsspektrum UVA-, UVB- oder Breitbandfilter unterschieden und in Sonnenschutzprodukten meist mehrere verschiedene organische Filter oder auch organische und anorganische Filter kombiniert. Chemische Filter stehen teilweise im Verdacht gesundheitliche und ökologische Nebenwirkungen zu haben, insbesondere als endokrine Disruptoren, die unser Hormonsystem empfindlich stören können, aber auch aufgrund möglicher krebserregender Abbauprodukte, organschädigender Wirkung und Toxizität gegenüber Tier- und Pflanzenwelt. Schon 2013 erklärte die Welt-Gesundheits-Organisation WHO hormonell wirksame Chemikalien zur globalen Bedrohung, mit unabwägbaren Folgen für Schwangere, Kinder und Jugendliche, da die Langzeitfolgen gerade bei der Anwendung in diesen Lebensphasen unklar sind. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) schreibt dazu: „Während sensibler Zeitfenster können bereits niedrigste Dosierungen zu bleibenden Störungen führen“. Wer sich beim Einkauf Klarheit über entsprechende Kosmetikprodukte schaffen möchte kann dazu die Smartphone Apps „ToxFox“ oder „codecheck“ nutzen, welche beim Abscannen des EAN-Codes sofort auswerteen, ob hormonell bedenkliche Stoffe enthalten sind. Eine positiv bewertete nachhaltige und sichere Sonnenschutzserie mit umweltfreundlichen UV-Filtern ist beispielsweise eco elio.

Möglicherweise problematische UV-Filter

Diese 13 UV-Filter fielen in Untersuchungen* als möglicherweise problematisch auf (die rot gefärbten sollten in Kinderprodukten gemieden werden):

4-MBC (in der englischen Inhaltsstoffliste INCI gelistet als: 4-Methylbenzylidencamphor),

3-BC (INCI: 3-Benzylidencamphor; inzwischen verboten),

Octisalate (Ethylhexyl Salicylate),

BCSA (Benzylidene Camphor Sulfonic Acid),

Homosalate (so auch in der INCI), im Verdacht hormonell wirksam zu sein, im Tierversuch Hinweise Leber, Nieren und Schilddrüse zu schädigen

Padimate O (Ethylhexyldimethyl PABA),

Meradimate (Menthyl Anthranilate),

Oxybenzone (BP-3 Benzophenone-3), im Verdacht hormonell wirksam zu sein (Tierversuch)  und wahrscheinlic hmit verantwortlich am Korallensterben

Octinoxate (Ethylhexylmethoxycinnamate), im Verdacht hormonell wirksam zu sein (Tierversuch)  und wahrscheinlich mit verantwortlich am Korallensterben

Amiloxate (Isoamyl methoxycinnamate),

Octocrylene (so auch in der INCI), im Verdacht hormonell wirksam zu sein (Mensch und Tier)  und bildet Benzophenon (wahrscheinlich  krebserregend)

Avobenzone (Butyl Methoxydibenzoylmethane),

*Chemical UV Filters Mimic the Effect of Progesterone on Ca2+ Signaling in Human Sperm Cells

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Sonnencreme-Diese-vier-UV-Filter-sollten-Sie-meiden_11405_1.html

Die Alternative für empfindliche Kinderhaut sind Anorganische (mineralische) Filter (Mikropigmente) wie Titandioxid oder Zinkoxid (INCI: Titanium DioxideZinc Oxide), welche die UV-Strahlen reflektieren, streuen und absorbieren. Sie wirken über ein breites Strahlenspektrum (UV-B, UV-A, Infrarot). Nachteile sind die zähe Konsistenz und die weiße Färbung, die vor allem optisch viele Eltern stört. Viele Kosmetikhersteller setzen die Pigmente als Nanopartikel, allerkleinste Teilchen ein, welche aber ökologisch und gesundheitlich bedenklich sind. Zudem können diese Teilchen unter UV-Einfluss zur Bildung zellschädigender freier Radikale beitragen. Durch Beschichten (Coating) der Partikel wird kosmetisches Titandioxid photostabiler und kann so besser in UV-Schutz-Produkten verwendet werden. Im Naturkosmetik-Bereich gibt es hier einige empfehlenswerte Innovationen, z.B. Korund (besonders beständiges und abriebfestes Aluminiumoxid)-beschichtetes Titandioxid, welches sehr stabil und inert und durch die leicht hautfarbene Tönung auch in der Anwendung akzeptabler ist (enthalten in den Sonnenschutzprodukten der Firma eco cosmetics).  Die hochwertigen Zutaten und aufwendigen Herstellverfahren rechtfertigen die etwas höheren Preise. Neu im Naturkosmetikbereich und mit seidiger Textur ohne zu Kleben, sowie mineralischem Filter ohne Weisseln ist die High Protection E + Sun Cream SPF 50 der Firma Farfalla. Wir haben sie schon getestet und für gut befunden!

Ein Problem, welches noch nicht ausreichend geklärt ist, deutet darauf hin, dass Zinkoxid kombiniert mit organischen UV-Filtern wie Avobenzon, Octisalat, Homosalat und Octocrylen toxische Abbauprodukte erzeugt und sich sowohl ein Teil des UV-A-Schutzes als auch der Lichtschutzfaktor verringert, wie in einer Studie vom Oktober 2021 veröffentlicht wurde. Mögliche Wechselwirkungen sind hier beispielsweise auch bei der Verwendung von Sonnenschutzmitteln und ZnO-haltigem Make-up möglich.

Aktualisierung/Ergänzung Sommer 2024/ 2025/2026:

Bei der Untersuchung von Urinproben, die von Kindergartenkindern aus den Jahren 2020/21 und Rückstellproben aus den Jahren 2017/18 stammten, haben Behörden* im Herbst 2023 vermehrt die Substanz Mono-n-hexyl-Phthalat (MnHexP) ein Stoff­wechsel­abbau­produkt (Metabolit) des Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP) gefunden. DnHexP gehört zur Gruppe der Phthalate, chemische Verbindungen, die vor allem als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt werden. Er steht seit dem Jahr 2013 in der Europäischen Union auf der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe, da er die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen gefährden kann und ist deshalb sowohl in kosmetischen Mitteln, als auch Lebensmittelkontaktmaterialien (Verpackungen) und in Spielzeug nicht mehr zugelassen. Trotz dieser Beschränkungen wurde in 61 Prozent der untersuchten 250 Urinproben der Metabolit MnHexP nachgewiesen.

Aufgrund des enthaltenen UV-Filters Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate (DHHB) wurden auch Sonnenschutzprodukte thematisiert, denn offenbar kann bei seiner Herstellung als Verunreinigung DnHexP entstehen.

Bei einer Untersuchung durch Ökotest konnte demnach auch ausschließlich in Sonnenschutzprodukten mit dem UV-Filter DHHB entsprechend ein unerwünschter Gehalt DnHexP nachgewiesen werden. Allerdings befanden sich im Test auch Produkte mit DHHB, die frei von DnHexP sind. Daraus lässt sich möglicherweise deuten, dass der Weichmacher produktionstechnisch wohl vermieden werden kann. Interessant ist auch, dass laut Ökotest kein Zusammenhang zwischen der verwendeten Menge des UV-Filters DHHB und Rückständen mit DnHexP feststellbar war. Zu den Ergebnissen dieser Untersuchung sind jedoch weitere Analysen und Untersuchungen notwendig, um die Quellen und Ursachen der DnHexP-Belastung genauer zu verstehen und entsprechende Maßnahmen umsetzen zu können.

Laut BfR (BfR | MnHexP | Stellungnahme vom 21. März 2024 17 / 35) wurden von den Landesuntersuchungsämtern bei Nachuntersuchungen auch DnHexP-Gehalte in verschiedenen Alltagsgegenständen wie Badeschuhen, einem Springseil bzw. Fahrradgriffen nachgewiesen. Zudem hätten Literaturrecherchen ergeben, dass in verschiedenen Untersuchungen vom Nachweis von DnHexP in Hausstaub (beispielweise durch Abrieb von Textilie und Kinderspielzeug ), Kinderspielzeug und auch Kinderkleidung berichtet wird.

Neben DnHexP könne MnHexP zudem als Stoffwechselabbauprodukt aus verschiedenen anderen Phthalaten entstehen – beispielsweise aus Dihexylphthalat, Decylhexylphthalat oder bestimmten anderen, gemischtkettigen Phthalaten.

Eine weitere Untersuchung des Umweltbundesamtes hat nun zu Beginn 2026 weitere Ergebnisse geliefert:

In der aktuellen Kinder- und Jugendstudie ALISE („Aligned Study for Environmental Health“) wurden 259 Urinproben von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren aus den Monaten April bis Juli 2025 untersucht. In 238 der Proben (92 Prozent) wurde MnHexP gefunden. Zwei Studienteilnehmende überschritten mit 83 und 107 µg/L den HBM-I-Wert von 60 µg/L und damit den den vor zwei Jahren von der Kommission Human-Biomonitoring abgeleiteten Beurteilungswert.

Fazit: In seiner Stellungnahme vom 21. März 2024 (siehe oben) hat das BfR aus der Auswertung weiterer Studien eine vorläufige tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) abgeleitet. Dieser vorläufige TDI beträgt 63 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (µg/kg KG/d). Das Umweltbundesamt informiert in seiner Veröffentlichung am 17.02.2026: „Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ (SCCS) der EU hat DHHB 2025 neu bewertet und kam zu dem Schluss, dass eine maximale Verunreinigung von 0,1 mg/kg in Sonnencreme technisch machbar ist, ab 1. Janua r2027 dürfen nur noch Sonnenschutzmittel mit einem Höchstgehalt von 1 Milligramm DnHexP pro Kilogramm Sonnencreme in den Verkehr gebracht werden.“

Das BfR sieht auf Basis der gemessenen Uringehalte „…nach derzeitigem Stand des Wissens … gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Verwendung derart verunreinigter Mittel sehr unwahrscheinlich.“ Trotzdem sei es wichtig alle relevanten Quellen von MnHexP zu identifizieren. Dem schließt sich auch das Umweltbundesamt an, mit dem eindeutigen Statement: „Di-n-hexylphthalat ist nicht der einzige fortpflanzungsschädigende Stoff, dem Menschen ausgesetzt sind. Beispielsweise lag die Gesamtbelastung gegenüber fortpflanzungsschädigenden Weichmachern in der letzten Studie des UBA an Kindern und Jugendlichen  (GerES V, 2014–2017) bei einem Großteil, insbesondere der jüngeren Kinder, über der von der EFSA (European Food Safety Authority, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) als tolerierbar definierten Aufnahmemenge. Deshalb ist es wichtig, vermeidbare Quellen fortpflanzungsschädigender Stoffe zu eliminieren und wichtige Produkte wie Sonnencreme frei von Verunreinigungen zu halten. „ Auf die Frage, wie sich Verbraucher*innen vor einer hohen Phtalat-Aufnahme schützen können, antwortet das BfR: „Um bei kleinen Kindern die Aufnahme von Phthalaten über den Hausstaub zu verringern, sollten Böden und Teppiche regelmäßig gereinigt werden. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass Kleinkinder nur Gegenstände in den Mund nehmen, die dafür hergestellt und gedacht sind.“

Ausreichender Schutz vor UV-Strahlung nach der Regel „meiden- kleiden-cremen“ ist wichtig – wer aufgrund der aktuellen Ergebnisse verunsichert ist, sollte am besten Produkte ohne den UV-Filter DHHB wählen.  Aktuell laufen Bemühungen, qualitativ hochwertige DHHB-haltige Filter, frei von DnHexP, zu verarbeiten.

Stand 2025: Viele Kosmetikhersteller haben reagiert und verwenden nun eine optimierte und kontrollierte Version von DHHB, die 100% frei von DnHexP ist

* Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) veranlasste im Herbst 2023 eine Untersuchung der Urinproben von Kindern, die es im Rahmen seiner regelmäßigen Human-Biomonitoring-(HBM)-Untersuchungen sammelt.

Den perfekten kosmetischen Sonnenschutz gibt es leider bislang nicht, weshalb neben der Verwendung von Sonnencreme andere Sonnenschutz-Regeln eine wichtige Bedeutung haben. Dies gilt vor allem auch für Babys, da bei Ihnen die Verwendung von Sonnencremes nur eingeschränkt sinnvoll ist.

Kriterien für ein gutes Sonnenschutz-Präparat

Nach folgenden Kriterien könnt Ihr selber bewerten, welches das optimale Sonnenschutz-Präparat für Euch und Eure Familie ist:

  • Schutzumfang: Höhe des Lichtschutzfaktors, Einhaltung des geforderten UVA-Schutzumfanges
  • Verträgliche/(ökologisch) unbedenkliche Filter: organisch/anorganisch/Kombination
  • Weitere Inhaltsstoffe: Pflege, Antioxidantien
  • Grundlage/ Hilfsstoffe: Biologisch abbaubar? Frei von Nanopartikeln, Mikroplastik, Weichmachern, problematischen Konservierungsmitteln, Paraffin/Silikonöl?
  • Verpackung: Weichmacher? Recyclingfähig?
  • Individuell passend (Weißeln? Trockene Haut? Allergien)

Eine Sonnenschutz-Serie, die ich besonders empfehlenswert finde- weil sie bei allen Aspekten auf bestmögliche Verträglichkeit und Nachhaltigkeit achtet, ist die von ecoelio.

 

Die richtige Pflege nach sonnigen Tagen

Sonnenbeanspruchte Haut benötigt ganz besonders gute Pflege.

Zunächst einmal sollten abends eventuelle Reste der Sonnencreme gründlich, aber ohne starkes Rubbeln abgewaschen werden. Dafür eignen sich hautverträgliche Duschgele mit milden Tensiden.

Anschließend wird die strapazierte Haut wieder mit regenerierenden und reizlindernden Pflegestoffen versorgt. Bestens bewährt haben sich dabei beruhigende, feuchtigkeitsspendende Pflanzenwässer (Hydrolate) in Kombination mit fetten Pflanzenölen und –wachsen  wie Avocadoöl, Aloe-Vera-Öl, Kokosfett, Jojobawachs, Sheabutter und Sanddornöl, welche regenerierend, hautpflegend und feuchtigkeitsbindend sind.  Ergänzt werden können diese um entzündungshemmende und heilungsfördernde ätherische Öle wie zum Beispiel Lavendel, Rosengeranie oder Immortelle.

Hydrolate  sind Pflanzenwässer, die bei der Wasserdampfdestillation entstehen. Sie enthalten die wasserdampfflüchtigen und wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanzen und sind durch ihren besonderen, leicht sauren pH-Wert optimal zu Hautpflege geeignet. Wichtig insbesondere für die Pflege empfindlicher Haut ist es, auf alkoholfreie Hydrolate zu achten. Bewährt zur Pflege nach der Sonne haben sich vor allem das blumig weiche Rosenhydrolat und das krautig duftende Lavendelhydrolat. Sie erfrischen und befeuchten die strapazierte Haut und unterstützen eine schnelle Regeneration.

Aromamischungen zur wohltuenden Pflege der Sommerhaut enthalten neben besonders hautpflegenden fetten Pflanzenölen zusätzlich ätherische Öle wie Lavendel, Immortelle oder Karottensamen, welche eine reizlindernde,  entzündungshemmend und regenerationsfördernde Wirkung haben. Ganz wichtig ist, diese immer auf die zuvor gut befeuchtete Haut aufzutragen und dann behutsam einzureiben oder vorsichtig einzuklopfen. Besonders praktisch sind anwendungsfertige Schüttelemulsionen, die fett- und feuchtigkeitsspendende Komponenten gleich in einem optimalen Mischungsverhältnis enthalten.

Zusammenfassung: 10 Tipps um Sonnenbrand vorzubeugen und die Haut im Sommer gut zu schützen

  1. Säuglinge und (Klein)Kinder besonders gut schützen
  2. Schatten schützt am besten, Mittagssonne meiden
  3. Kleidung, Hut, Sonnenbrille als Lichtschutz
  4. Ausreichender UV-Schutz
  5. Tageszeit und Ort,
  6. UV-Index beachten
  7. Sonnenschutz rechtzeitig und genügend auftragen
  8. Nach dem Schwitzen, Baden, Abtrocken- nachcremen!
  9. Sonnenschutz von Innen> mit Antioxidantien (Vitamin E, Carotiniode)
  10. Gute Hautpflege- besonders nach der Sonne

Ihr wollt mehr wissen und up to date auf dem neuesten Stand sein? Dann seid dabei bei unserem Online- Seminar Wissen für Eltern: Sonnenschutz und Pflege für empfindliche  Kinderhaut  am 28.04. von 19:00-21:00 Uhr

Quellenangaben und weiterführende Informationen :

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s43630-021-00101-2.pdf

https://academic.oup.com/endo/article/157/11/4297/2758398?login=false

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2022/06/10/schattenseite-der-sonnencreme

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Sonnencreme-Diese-vier-UV-Filter-sollten-Sie-meiden_11405_1.html

https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/sonnenschutz/kinderhaut-schuetzen/

https://www.bfs.de/DE/themen/opt/opt_node.html

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2024/02/26/was-man-ueber-weichmacher-in-kinderurin-weiss-und-was-nicht

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-30-2017/viel-licht-viel-schatten

https://www.bfr.bund.de/cm/343/mnhexp-in-urinproben-bewertung-des-gesundheitlichen-risikos.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/themen/fund-eines-weichmachers-in-urinproben-fragen

https://www.test.de/Weichmacher-Sonnencreme-unter-Schadstoffverdacht-was-ist-dran-6103822-0/

Bundesamt für Strahlenschutz Sonne und Sonnenschutz- UV-Strahlung und ihre Wirkung

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Sonnencreme-fuer-Babys-und-Kinder-im-Test-Verbotener-Weichmacher-DnHexP-nachgewiesen_14618_1.html

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/kinder-jugendliche-auch-2025-verbotenem-weichmacher
https://health.ec.europa.eu/document/download/0bb2a0be-ba7c-4a1f-96df-d57d18c1316f_en?filename=sccs_o_299.pdf#page21

Stand Februar 2026

Was Kinder brauchen, um gesund groß zu werden

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Natürlich gesund – wertvolle Unterstützung für den Alltag

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Ob Fieber, Erkältungen, Verdauungsprobleme oder Hautreizungen – für viele Beschwerden gibt es natürliche Wege, den Heilungsprozess schonend zu unterstützen. Dazu gibt es praxisnahe Strategien für weniger Stress und mehr Gelassenheit im Familienalltag. Wie können Kinder lernen, auf ihre eigenen Körpersignale zu hören? Wie lässt sich das Immunsystem nachhaltig stärken? Und wie finden Eltern die richtige Balance zwischen Intuition und medizinischer Sicherheit?

Ein Buch für alle, die Krankheitsphasen nicht nur überstehen, sondern als Zeiten der Fürsorge, der Selbstwirksamkeit und des gemeinsamen Wachstums erleben wollen – für Sie, Ihre Kinder und Ihre Familie.

Als Mutter und Expertin für Gesundheitsvorsorge, Naturheilkunde und Aromatherapie hat Natalie Stadelmann gelernt: Es braucht gute Kommunikation, tiefe Bindung, individuelle und gemeinschaftliche Stärke, um emotionalen Halt und physische Gesundheit zu garantieren. Dieses Praxisbuch voller Fach- und Erfahrungswissen unterstützt Eltern dabei, die Gesundheit der Kinder und der Familie akut und dauerhaft zu erhalten. Das Ziel: Symptome einschätzen, Bedürfnisse erkennen, Ursachen verstehen und Handlungsspielraum bekommen.

Ich freue mich  sehr, euch dieses Herzenswerk  präsentieren zu können und wünsche euch viel Freude beim Lesen und beim Entwickeln eures eigenen Gesundheitssystems! 

Blick ins Buch

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Kneipp Verlag Wien
Broschur
Format: 16.8 x 24.0 cm
Seiten: 192
ISBN: 978-3-7088-0866-6
Erscheinungstermin: 2025-04-14

Ach ja… und weil eben einige Ideen und Tipps nicht mehr zwischen diese zwei Buchdeckel gepasst haben, haben wir hier noch ein bisschen Bonusmaterial für euch bereitgestellt:

Anti-Stress Spaß Knete

Genuss für die Sinne

Kraftsuppe für alle Lebenslagen

Hausmittel-Rezepte

 

Weil diese Seite belebt und lebendig sein darf, freue ich mich über alle eure Leserbriefe, E-Mails und Rückmeldungen. Vielleicht habt ihr  selbst auch noch Erfahrungen, Ideen oder Tipps, die ihr gerne weitergeben möchten? Lasst es mich gerne wissen!

 

Das große Buch von Babybrei & Beikost Mit Ernährungspyramide und Beikostplan

Es gibt tolle Neuigkeiten!

„Das große Buch von Babybrei & Beikost“ ist aktualisiert und ergänzt für Euch ab sofort im Handel erhältlich. Neben mehr Informationen zum responsiven Füttern und der pflanzenbetonten Ernährung findet ihr neu auch Grundrezepte für den vegetarischen Babybrei mit Hülsenfrüchten und ein paar neue Rezeptideen.

Außerdem findet ihr nun auf den Innenklappen auf einen Blick die Ernährungspyramide und einen Beikostplan zur Orientierung.

Beide könnt Ihr auch hier direkt herunterladen. Viel Freude damit!

 

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Details:

Kneipp Verlag Wien

Format: 16.8 x 24.0 cm

Seiten: 192
ISBN: 978-3-222-14031-0
Erscheinungstermin: 2024-11-04

EUR 22,-€